SiM #516
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Annik
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BeitragVerfasst am: Mo 16.März.09 12:55    Titel: SiM #516 Antworten mit Zitat

Endlich wieder SiM! Grins. Warnstreik ist vorbei. Momentan könnte ich mich vierteilen, ich würde gerne soooo viele Sachen machen!
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heinZ



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BeitragVerfasst am: Mo 16.März.09 16:33    Titel: Re: SiM #516 Antworten mit Zitat

Danke für die neue Folge.

Ich fände es Schade, wenn Du viergeteilt wirst, ich bin froh drum, dass diese Zeiten vorbei sind.

Grossartig finde ich auch Dein Statement wegen dem Amoklauf. Ganz meiner Meinung. Es reicht die Fakten zu verbreiten, aber man muss nicht wie Du gesagt hast, wissen, wie viele Kerzen vor der Schule aufgestellt wurden.
Mich nerven auch die reflexhaften Reaktionen: Verschärfung der Waffengesetze und Verbot von Killerspielen. Obwohl ich weder Waffen besitze oder in meiner Freizeit am Computer spiele, finde ich die Reaktionen einfach zu billig.
Spannender wäre zu wissen, unter welchen Umständen ein Mensch einen Amoklauf als Lösung für seine Probleme ansieht... Was muss da wohl passieren.

gruß und danke
heinZ
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Daniel



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BeitragVerfasst am: Mo 16.März.09 23:41    Titel: Antworten mit Zitat

Ich möchte auch was zum Thema Amoklauf schreiben. Ich finde deine Kritik an den Medien nämlich ebenfalls klasse. Ich will auch nicht glauben, dass die Leute das wirklich alles sehen wollen. Zumindest glaube ich nicht, dass sie es so oft und mit so wenig echten Nachrichten (im Sinne von Neuigkeiten) sehen, hören oder lesen wollen. Wie dabei diesmal mit den "neuen Medien" umgegangen wurde hatte für meinen Geschmack diesmal schon perverse Ausmaße angenommen ein Twitter-Account @amoklauf? Da kann doch der betreffende Journalist nur seinen Hirntod schon hinter sich gehabt haben (Focus-Online Redaktion).

Allerdings habe ich schon lange aufgegeben bei Berichterstattungen über "Katastrophen" an den gesunden Menschenverstand zu glauben. Den Tag meiner Aufgabe kann man sogar nachvollziehen. Im Oktober 2007 gab es einen schweren Unfall hier in der Nähe bei der Kraftwerksbaustelle des RWE und in fast allen Zeitungen waren rangezoomte und vergrößerte (also künstliche) Nahaufnahmen des toten Arbeiters. Mir hätte ein kleiner Artikel ohne Bild gereicht. Unfall beim Kraftwerksbau, Arbeiter verstorben evtl, noch was technisches über die Baustelle als solches und Danke das reicht. Statt dessen sieht man ihn auf Titelseiten und im ZDF, bei den Privaten wahrscheinlich auch, in den Nachrichten buchstäblich baumeln. Da wünsch ich mir nur noch nen Eimer.
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IchGrüßeAlleHamburger



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BeitragVerfasst am: Di 17.März.09 09:25    Titel: Antworten mit Zitat

die leute wollen das doch sehen. gibt doch gerade an solchen tagen tolle nachrichtensendereinschaltquoten und warum sollten die sich das entgehen lassen.
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coke



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BeitragVerfasst am: Di 17.März.09 10:12    Titel: Antworten mit Zitat

In Sachen Amoklauf muss ich Dir zustimmen, die Berichterstattung war ... nun sagen wir mal: "problematisch". Fahnen auf Halbmast habe ich (bewusst) nur an Schulen gesehen -- dort fand ich es okay.

Der Absage des Starkbieranstichs stehe ich sehr zwielicht gegenüber: einerseits find ich es auch komisch, wenn in Bayern etwas abgesagt wird, weil in Baden-Württemberg etwas (zugegeben: sehr) schlimmes passiert ist. Dann müsste man eigentlich ständig irgendwas absagen. Wieviel "weniger" schlimm war der Einsturz des Stadtarchivs in Köln? Andererseits hätten sich wahrscheinlich ebensoviele Leute über ein Stattfindenlassen aufgeregt, wie jetzt die Absage als "seltsam" empfinden. Dass die Veranstalter es abgesagt haben, kann ich irgendwie schon verstehen...

Zur Berichterstattung hat das Bayern-5-Medienmagazin ein interessantes Interview mit Nils Minkmar von der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung geführt. Bezeichnende Aussagen: "es [die Berichterstattung] ist doch eigentlich wenig ziellführend" und auf die Frage, ob er verstehen könne, dass die Medien zu einem solchen Ereignis so viel und voll berichten würden: ja, könne er verstehen -- es sei ein Ausdruck der Ratlosigkeit und Fassungslosigkeit über die Tat, die sich einem Menschen nie richtig erschließen könne, und man wolle das Loch, das sich auftue, durch Informationen stopfen. Wie wahr! Podcast-Seite | Download MP3

---

Deine Aufregung über "Geiseln" vs. "Geißeln" kann ich nur zu gut verstehen -- mir geht es ebenso. Ich gebe Dir in jedem Punkt recht! Natürlich können Flüchtigkeitsfehler, Tippfehler und vielleicht auch der eine oder andere echte Rechtschreibfehler passieren. Dass aber 50 mal "Geißeln" statt "Geiseln" geschrieben wurde, zeugt für mich einfach von einer gewissen "Unlust" am Werk. Wollte der Verlag das Buch wirklich verlegen? Oder wurden sie gezwungen? Haben sie vielleicht nicht damit gerechnet, dass es doch jemand kaufen würde? Man könnte den Faden noch weiterspinnen: wollte da jemand einem anderen eins auswischen, indem er gar *absichtlich* diesen Fehler eingebaut hat, um irgendjemand lächerlich zu machen?!?

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Auch Deine Niederlage gegenüber dem Kind kann ich gut nachvollziehen -- und ja, man nimmt es *natürlich* persönlich, wenn ein Kind sich heulend von einem wegdreht -- das ist wahrscheinlich jedem schon einmal passiert. Allerdings kann ich Dir versichern: es ist sooo viel mehr peinlich, wenn *umgekehrt* sich das eigene Kind schreiend von jemandem abwendet und sich in die eigenen Arme stürzt. Du glaubst gar nicht, wieviele Ausreden einem in diesem Moment einfallen, die man der verächteten Person alle vorträgt. Vortragen will.
Wink
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Daniel



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BeitragVerfasst am: Di 17.März.09 17:51    Titel: Antworten mit Zitat

Was die Halbmastbeflaggung angeht. Bei uns war die Autobahnmeisterei und auch sonst jedes öffentliche Gebäude beflaggt. Das Rathaus hat direkt für Ungarn noch mit getrauert (NRW Flagge hing falsch rum)
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pehre



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BeitragVerfasst am: Fr 20.März.09 10:08    Titel: Geiseln geißeln Antworten mit Zitat

Liebe Annik
die schlechte Rechtschreibung ist sicher eine Folge des outsourcing. Da machen wahrscheinlich nicht Deutsch sprechende Inder das Lektorat mit Hilfe von words Rechtschreibprüfung, natürlich ohne Syntaxprüfung - ist zu teuer und die versteht der Inder sowieso nicht. Im Gegensatz zu Dir bin ich der Meinung, dass Outsourcing nur teuer kommt und schlechte Leistung bietet.
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Annik
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BeitragVerfasst am: Sa 21.März.09 11:17    Titel: Antworten mit Zitat

Tja, ich denke beim Outsourcing kommt es zum einen auf die Aufgabe an, zum anderen auf das Briefing. Was Programmierung angeht, halte ich viel von den Indern - meine Rechtschreibprüfung würde ich aber natürlich auch nur einem Inder mit Germanistik-Studium anvertrauen...

Wink
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torbig



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BeitragVerfasst am: Mo 23.März.09 00:33    Titel: Re: SiM #516 Antworten mit Zitat

Hallo,

lange keine Zeit gefunden, hier zu schreiben, aber Du hast mir aus der Seele gesprochen, als Du über die Berichterstattung geredet hast. Andererseits wollen anscheinend alle immer noch ein bisschen härter und emotionaler berichten. Leider übertreffen sich dabei auch die öffentlichen Sender immer wieder selbst. Leider lassen wir uns auch manchmal verführen. Da das oft unbewusst passiert, muss man dann schon genau aufpassen, was da mit einem passiert. Wir sind allerdings "nur" Konsumenten, keine Profis. Leider handeln auch die Profis immer wieder ohne Verstand, und dann kommt sowas raus. Naja, wir sollten dann auch mal beherzt den roten Knopf drücken. Dann ist auch damit Ruhe.

Deine Meinung zu kleinen Rechtschreibfehlern in Büchern teile ich allerdings nicht. Ich finde es oft eine Unverschämtheit, dass in Büchern Rechtschreibfehler sind. Vor allem, da diese Fehler sogar oft von einfachen Rechtschreibkorrekturprogrammen erkannt werden würden. Und dafür bezahl ich dann auch noch. Am öftesten ärger ich mich allerdings über die Rechtschreibung un Grammatik in der Zeitung (speziell die SZ, und da noch spezieller unser Landkreisteil). Die Redakteure scheinen noch nie von einer Rechtschreibkorrektur oder Grammatikkorrektur gehört zu haben. Hier scheint nicht einmal die Zeit zu sein, einen Artikel nach dem schreiben noch ein zweites Mal zu lesen. Unglaublich schade. Und auch hier bezahle ich Monat für Monat. Eine alternative gibt es ja leider auch nicht.

Bin schon gespannt auf die nächste Folge.
Viele Grüße
Torbig
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Annik
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BeitragVerfasst am: Mo 23.März.09 12:44    Titel: Antworten mit Zitat

Also das mit der Zeitung verstehe ich zwar - aber da muss ich meine Kollegen in Schutz nehmen. Ich habe ja auch jahrelang für eine SZ-Landkreisausgabe geschrieben - und anfangs gab es da noch ein Korrektorat. Das wurde später abgeschafft. Aber ich kann Dir sagen: Wenn einer schuftet, dann die Lokaljournalisten. Da haut man teilweise mehrere Artikel pro Tag raus, anders funktioniert es nicht. Daher: Bitte auf die Chefs und Entscheider in München schimpfen, nicht auf die "kleinen" Journalisten! Gerade im Lokalen wurde in den vergangenen zehn Jahren ständig nur gekürzt...
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torbig



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BeitragVerfasst am: Mi 25.März.09 00:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Annik,

da hab ich ja einen Nerv getroffen. Smile Ja, ich weiß wie leicht es ist einen Tippfehler zu machen. Man denkt sich als Leser halt immer, dass die doch dafür bezahlt werden. Ich weiß auch, dass das alles aus Kostengründen abgeschafft wurde. Nur leider hilft einem dieses Wissen beim Lesen auch nicht mehr. Wenn ich könnte, würde ich lieber ein bisschen mehr bezahlen, und dann gut recherchierte, richtig in der Rechtschreibung und Grammatik formulierte Artikel lesen. Nur alleine kann man das wohl nicht bewirken. Nachdem das alles auch Unternehmen sind, wollen die Eigentümer dann auch noch Geld verdienen. Ich habe aber tatsächlich schon des öfteren überlegt, das SZ Abonnement zu kündigen (Vor allem auch wegen den dauernden SZ Editionen und den Postkarten, die auf die Titelseite geklebt werden, so dass man das Papier zerreißt, wenn man sie abmacht). Aber welche Zeitung dann lesen? Der Merkur ist mir einfach zu trivial, und eine FAZ ist mir einfach zu wenig München. Und so bin ich weiterhin bei der SZ geblieben.

Aber eigentlich ging es in der Ausgabe nicht um Zeitungen.
Ich freu mich auf die nächste Ausgabe.
Viele Grüße
Torbig
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Annik
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BeitragVerfasst am: Mi 25.März.09 08:41    Titel: Antworten mit Zitat

Genau dieses Dilemma kenne ich auch: Ich boykottiere die SZ, weil sie einfach Kollegen von mir schlecht behandelt hat in der Vergangenheit. Aber Alternativen gibt es kaum. Ich kauf mir hin und wieder die ZEIT, aber das ist auch nicht das Gleiche... Ich sag's ja: Es wird Zeit, dass wir uns unsere Zeitung selber basteln können! (Bitte keine Links schicken, ich hab sie alle)
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coke



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BeitragVerfasst am: Mi 25.März.09 09:05    Titel: Antworten mit Zitat

... Zeitung selbst basteln? So wie es die Schweizer Post jetzt anbietet, selbst seine persönliche Ausgabe aus verschiedenen Zeitungen zusammenzustellen? Oder meinst Du, die Inhalte (in einer Gruppe) selbst produzieren (Stichwort "Bürgerjournalismus")?
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Annik
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BeitragVerfasst am: Fr 27.März.09 09:58    Titel: Antworten mit Zitat

Ersteres: Selber zusammenstellen. Finde ich eine super Idee.
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coke



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BeitragVerfasst am: Fr 27.März.09 10:39    Titel: Antworten mit Zitat

... ja, tatsächlich eine sehr interessante Idee. Das B5-Medienmagazin hatte diesen Service der Schweizer Post (z. Z. noch Pilotprojekt) vorgestellt.

Allerdings: verschärft man damit die Zeitungskrise nicht noch mehr? Oder zumindest die Konzentration auf ganz wenige Zeitungen, die mit so einem Modell noch (über)leben können? Politik aus der SZ, Wirtschaft aus der FAZ, Feuilleton aus der Zeit? Und am Ende macht jeder nur noch das, was am meisten "gezogen" wird -- sprich die (Meinungs)Vielfalt ist dann ganz weg...

Wink
- Coke
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